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Die Kolumbus-Metapher...
angeregt durch Roswita Königswieser und Martin Hillebrand in "Einführung in die systemische Organsiationsberatung", Heidelberg, 2004
Wir alle kennen mehr oder minder die Geschichte von Kolumbus, der sich aufmachte um einen neuen Seeweg nach Indien zu finden. Statt um Afrika herum wollte er westlich um die Erdkugel segeln. Er wollte auf neuen Wegen in die Alte Welt, das bekannte Westindien. Mit seinem Bild von Westindien brach er entsprechend seiner Pläne auf. Die Resie war ein echte Abenteuerreise. Er und seine Crew entdeckten viele neue Naturphänomene. Die Reise ins Unbekannte verängstigte und verunsicherte die Mannschaft. Als dann bei der Überquerung des Äquators sich auch noch die Kompassnadel wie umgedreht verhielt, glaubten die Matrosen, dass sie in ein Gebiet vorgedrungen waren, in dem die Naturgesetze nicht mehr gelten. Sie wussten damals noch nichts von dem Magnetismus der Erd-Pole. Immer näher rückte die Gefahr einer Meuterrei. So weit weg von bekanntem Land wuchs die Angst, im Ungewissen unterzugehen. Kolumbus versuchte, bekannte Anzeichen für nahes Land zu entdecken. Vögel die vorbeiflogen, Äste und Zweige im Wasser dienten als Anzeichen dafür, dass das Land nicht mehr weit sein konnte. Und doch dauerte es noch einen Monat, bis sie am 12.10.1492 in der Ferne Land entdeckten. Mit dem Bild von Westindien im Kopf glaubte Kolumbus, Westindien erreicht zu haben. Doch der, der sich aufgemacht hatte die Alte Welt zu entdecken, landete in der Neuen Welt: Amerika. Wir wissen heute, dass Kolumbus zwar nicht als erster Amerika entdeckte, aber dass er durch seine Reisen die Grundlagen für eine dauerhafte Besiedlung und Kolonialisierung legte.
Diese Geschichte kann als eine Metapher für Lern- und Veränderungsprozesse dienen, weil sie sehr bildhaft beschreibt, was passieren kann, wenn man sich aufmacht, um neue Wege zu entdecken: Man verlässt das Bekannte, das Alte und hat das Neue noch nicht entdeckt. Veränderungsprozesse sind daher oft Phasen der Unsicherheit und Ungewissheit. Das Alte ist schon entfernt und gibt keinen Halt mehr und das Neue noch nicht in Sicht bzw. noch nicht so verankert, dass es neuen Halt und Gewissheit geben kann. Veränderung heißt daher auch, mit dieser Ungewissheit und Unsicherheit umzugehen. Und am Ende bleibt noch eine weitere Erkenntnis: In vielen Veränderungsprozessen lassen wir uns von unseren Bildern von dem gewünschten Ziel leiten. Dieses Bild haben wir uns mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen aus der "Alten Welt" geformt. Mit diesem Bild machen wir uns auf die von uns geplanten Wege. Häufig aber entwickeln sich dann aber neue Wege, die uns auch zu neuen Ufern führen. Systemiker würden wohl sagen: Lösungen zweiter Ordnung - eine recht theoretische Beschreibung für die Entdeckung neuer Kontinente.
>> zum Nachlesen in Kurzform: http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Kolumbus  
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